Das Gartenjahr im Kräutergarten Kloster Kamp | Frühling

Der Kräutergarten im üppigen Grün des Frühlings
Der kleine, etwas versteckt liegende historische Kräutergarten ist ein Teil der weitläufigen Anlage von Kloster Kamp.
In der ersten Maidekade zeigt sich hier bereits ein dicht gewachsener Frühlingsgarten voller unterschiedlicher Strukturen, Grüntöne und erster Blüten.
Grün in den verschiedensten Facetten prägt den Garten im fortgeschrittenen Frühling.
Neben typischen Frühlingsblumen erscheinen durch die ungewöhnlich warmen Wochen im zeitigen Frühjahr manche Arten bereits deutlich früher als gewohnt.
Viele der Pflanzen erinnern auch an die historische Bedeutung des Gartens für die frühere Volksmedizin.
Farbakzente im wachsenden Frühlingsgrün
Mitte April lebt der Kräutergarten noch vor allem von seinen unterschiedlichen Grüntönen und den feinen Strukturen junger Pflanzen. Doch zwischen Kräutern und langsam dichter werdenden Stauden treten nun zunehmend intensivere Blütenfarben hervor, die den Blick auf immer neue Farbakzente und Motive lenken.
Gerade Pflanzen wie Judasbaum oder Silberblatt wirken in dieser Phase beinahe wie erste farbliche Orientierungspunkte innerhalb eines Gartens, dessen Frühlingsentwicklung nun sichtbar an Dynamik gewinnt.
Die purpurrosa Blüten des Judasbaumes erscheinen bereits früh im Jahr und zählen zu den auffälligsten Farbakzenten des Frühlings.
Der Name des Baumes geht auf die Legende zurück, Judas Iskariot habe sich nach dem Verrat an Jesus an einem solchen Baum erhängt. Die direkt aus dem Stamm und den Ästen sprießenden Blüten gelten seitdem mancherorts als Sinnbild seines „Schamrots“.
Ursprünglich stammt der Judasbaum aus dem Mittelmeerraum und Vorderasien. Seine Blüten wachsen nicht an jungen Trieben, sondern direkt aus Stamm und Ästen – ein im Frühlingsgarten ungewöhnlicher und fotografisch reizvoller Anblick.
Auch das Einjährige Silberblatt trägt mit Namen wie „Judaspfennig“ oder „Judastaler“ einen Bezug zur Judaslegende in sich. Gemeint sind damit jedoch weniger die violetten Blüten als vielmehr die später entstehenden silbrig schimmernden Fruchtstände, deren runde Form an alte Münzen erinnert.
Gerade diese beinahe transparent wirkenden Samenstände machen die Pflanze im weiteren Verlauf des Gartenjahres noch einmal zu einem besonderen fotografischen Motiv.
Was sonst noch blühte und trieb, hält die folgende Bildstrecke fest.
Die Bilder lassen sich per Klick in voller Größe öffnen.
Vielfältiger, bunter — der Frühling dreht auf
Im Mai beginnt der Kräutergarten zunehmend farbiger zu wirken. Zwischen den weiterhin dominierenden Grüntönen entstehen jetzt deutlich erkennbare Blüteninseln, die den Garten spürbar verändern und den fotografischen Blick immer häufiger auf einzelne Pflanzen lenken.
Schwertlilien, Akeleien oder der Blassgelbe Scheinerdrauch werden nun zu prägnanten Motiven zwischen den dichter werdenden Beeten. Formen, Farben und Strukturen treten deutlicher hervor und verleihen dem Garten eine neue visuelle Dynamik.
Der Frühling wirkt in dieser Phase nicht mehr zurückhaltend, sondern sichtbar angekommen.
Waldmeister gehört zu den Pflanzen, deren Bedeutung weit über ihre unscheinbare Erscheinung hinausgeht. Sein typischer Duft machte ihn seit Jahrhunderten zu einer klassischen Zutat der Maibowle und verbindet die Pflanze bis heute eng mit dem Frühling.
Gerade kurz vor der Blüte entfalten die jungen Triebe ihr stärkstes Aroma — während die feinen weißen Blüten beinahe zurückhaltend zwischen den vielen Grüntönen des Gartens erscheinen.
So wie Waldmeister traditionell mit der Maibowle und ihrer anregenden Wirkung verbunden wird, schrieb man auch einer weiteren Pflanze — der Akelei — in früheren Zeiten besondere Kräfte zu, wenn auch auf etwas anderem Gebiet.
Um die Akelei ranken sich zahlreiche Überlieferungen aus der Volksmedizin, in denen sie unter anderem als Pflanze mit aphrodisierender Wirkung beschrieben wurde.
Ihre filigranen Blüten mit den langen Sporen gehören zu den auffälligsten Erscheinungen des späten Frühjahrs. Je nach Lichteinfall wirken sie beinahe schwebend und machen die Pflanze auch fotografisch zu einem besonders reizvollen Motiv.
Welche Farben und Formen der Frühling nun hervorbringt, hält die folgende Bildstrecke fest.
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Der Frühling denkt bereits an den Sommer
Mitte Mai verändert sich der Charakter des Kräutergartens erneut. Zwischen den weiterhin frischen Grüntönen erscheinen nun zunehmend Pflanzen, die vielerorts eher dem späten Frühling oder bereits dem Frühsommer zugeordnet werden.
Begünstigt durch ungewöhnlich warme Wochen im zeitigen Frühjahr entwickeln manche Arten ihre Blüten deutlich früher als gewohnt. Kräftigere Farben, höhere Pflanzenstrukturen und dichtere Blütenstände verleihen dem Garten nun eine neue Präsenz.
Mit seinen leuchtend orangefarbenen Blüten wirkt das Orangerote Habichtskraut bereits deutlich sommerlicher als viele der zuvor gezeigten Pflanzen. Zwischen den dichten Grüntönen des Gartens entstehen dadurch intensive kleine Farbflächen, die den Blick sofort auf sich ziehen.
In der ansonsten überwiegend gelb blühenden Gattung der Habichtskräuter nimmt die Pflanze eine besondere Stellung ein. Gerade im warmen Licht des späten Frühlings entwickeln die filigranen Blütenstände dabei auch fotografisch eine auffallende Wirkung.
Doch nicht alle Pflanzen dieser Phase wirken über kräftige Farben. Manche tragen ihre Bedeutung seit Jahrhunderten eher in ihrer Nutzung und Überlieferung.
Das Mutterkraut zählt zu den traditionellen Heilpflanzen alter Kräuter- und Klostergärten. Sein intensiver Duft und die vielseitige Verwendung in der Volksmedizin machten die Pflanze über Jahrhunderte hinweg zu einem festen Bestandteil vieler Heilgärten.
Die kleinen weißen Blüten wirken zwischen den kräftigeren Farben des späten Frühlings beinahe zurückhaltend und verleihen dem Garten immer wieder ruhigere, feiner strukturierte Bildmomente.
Der Garten wirkt nun dichter, farbiger und vielfältiger — die folgenden Bilder halten einige dieser Eindrücke fest.
Die Bilder lassen sich per Klick in voller Größe öffnen.
Mit dem Ende des Frühlings schließt sich auch im Kräutergarten ein erstes Kapitel des Gartenjahres. Viele Pflanzen erzählten dabei nicht nur von Farben und Blüten, sondern ebenso von alten Heiltraditionen, kulturhistorischen Bedeutungen und einer langen Verbindung zwischen Mensch und Natur.
Gleichzeitig erwies sich der Garten immer wieder als Ort fotografischer Beobachtung — voller kleiner Details, wechselnder Lichtstimmungen und neuer Motive. Welche Bilder und Geschichten der Sommer nun hinzufügen wird, bleibt eine der spannendsten Fragen der kommenden Monate.

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